Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
Celle 


Todesfuge – Biographie eines Gedichts:
Paul Celan 1920–1970           
                                                                                                                                      

2020 jährt sich der Geburtstag Paul Celans zum 100. Mal.

Am 23. November 1920 in Czernowitz geboren, nahm er sich, vermutlich in der Nacht vom 19. zum 20. April 1970, in Paris das Leben. Kaum ein Gedicht des 20. Jahrhunderts hat solche Berühmtheit erlangt wie Celans Todesfuge.

Als „Jahrhundertgedicht“ bezeichnete sie der Literaturwissenschaftler Wolfgang Emmerich, ein Gedicht, das die existenzielle Erfahrung der Shoah bezeugt und weiterträgt. In seinem Buch illustriert Thomas Sparr die Geschichte der Todesfuge – von ihrer Entstehung unter dem unmittelbaren Eindruck der Ermordung seiner Eltern durch die Nationalsozialisten bis zur andauernden weltweiten Rezeption in Literatur, bildender Kunst, Musik und Politik – und legt neue Spuren der Deutung.

Die Biographie eines Gedichts, so zeigt sich, birgt die Biographie ihres Schöpfers. 

 
                                                                                                                                                                
Ort:             Synagoge Celle, Im Kreise 24
Termin:      Dienstag, 6. Oktober 2020, 19.00 Uhr
Referent:   Dr. Thomas Sparr, Berlin


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Die Architekten Rings und Mendelsohn

Ausstellung


Josef Rings (1878–1957) und Erich Mendelsohn (1887–1953) stehen beispielhaft für zwei Vertreter
der architektonischen Moderne in Deutschland und später in Palästina.


Gemeinsam war ihnen, dass sie als Architekten und Planer den Zenit ihres beruflichen Erfolges
zeitgleich zum Bauhaus erreicht hatten und durch den Machtantritt der Nationalsozialisten ins Exil gezwungen wurden. Beiden gelang es, sich in Palästina erneut in ihrem Beruf zu etablieren und größere Projekte zu verwirklichen.

Beide verließen ihr Exilland nach wenigen Jahren wieder:

Mendelsohn emigrierte schon 1941 in die USA, und Rings ging 1948 zurück nach Deutschland, wo er in Mainz eine Professur übernahm. Obwohl Rings und Mendelsohn beide Modernisten waren, repräsentieren sie inhaltlich wie formal unterschiedliche architektonische Richtungen. Der Sozialist Rings widmete sein Werk dem Wohl der Arbeiterklasse, entwarf Pläne zur Verbesserung der Lebensqualität der Massen und Arbeitersiedlungen. Der bürgerliche Mendelsohn dagegen realisierte Kaufhäuser, vornehme Villen für deren wohlhabende Besitzer sowie Großprojekte: Spitäler, Universitäten, Banken etc.

Die Ausstellung ist eine Leihgabe der Alten Synagoge Essen.


Ort:                  Synagoge Celle, Im Kreise 24

Termin:           Donnerstag, 3. September 2020, 19:00 Uhr

Laufzeit:        4. September 2020 bis 8. November 2020

Einführung:   Dr. Ines Sonder, Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien, Potsdam