Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V. 
 

Ausstellung vom 16. Juli 2021 bis 26. September 2022

Neue Anfänge nach 1945
Wie die Landeskirchen Nordelbiens mit der NS-Vergangenheit umgingen - Ausstellung

Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden“
(
Stuttgarter Schulderklärung vom 19. Oktober 1945)

Vor allem die norddeutschen Landeskirchen ignorierten und bekämpften die Stuttgarter Schulderklärung. Entsprechend wurde die eigene kirchliche Mitverantwortung für Holocaust und Krieg relativiert und geleugnet. Die Kirchen waren darin ein Spiegelbild der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse. Es brauchte Jahrzehnte, das Engagement kleiner kirchlicher Gruppen und einige Auseinandersetzungen, bis die Nordelbische Kirche die Schuld vor allem für den Mord an den europäischen Juden öffentlich bekannte. Die Ausstellung basiert auf der Forschungsarbeit von Dr. Stephan Linck, seit 2015 Studienleiter der Evangelischen Akademie, und ist ein Projekt der Evangelischen Akademie in Zusammenarbeit mit dem Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordkirche.

Konzipiert und realisiert wurde sie von Prof. Dr. Stefanie Endlich, Monica Geyler-von Bernus und Beate Rossié – Expertinnen, die in den vergangenen Jahren bereits mit mehreren Ausstellungen zum Thema „Kirche und Nationalsozialismus“ auf sich aufmerksam gemacht haben.


Ausstellung vom 14. Oktober 2021 bis 16. Januar 2022

Jedes Dasein - Ausstellung mit Werken von Madelaine Linden

Eröffnung am 14. Oktober 2021 mit Niklas Frank und Madelaine Linden

Zur Eröffnung der Ausstellung findet ein Gespräch zwischen Niklas Frank und Madelaine Linden, Nachkommen der Täter- und Opfergeneration, statt. Dr. Elke Gryglewski, Geschäftsführerin der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, wird die Moderation übernehmen. Niklas Frank wurde als Sohn von Hans Frank (1900–1946) geboren. Sein Vater, zwischen 1939 und 1945 Generalgouverneur im besetzten Polen, war an zahlreichen Kriegsverbrechen beteiligt und wurde 1946 in den Nürnberger Prozessen zum Tode verurteilt und gehängt. Niklas Frank studierte Germanistik, Soziologie und Geschichte. Er arbeitete von 1973 an als Journalist für die deutsche Ausgabe des Magazins Playboy und wechselte 1979 zum Wochenmagazin Stern. Madelaine Linden wurde 1954 in Montevideo (Uruguay) geboren und legte 1972 das Abitur in Buenos Aires (Argentinien) ab. Seit 1973 lebte sie in Lausanne, Genf, Brüssel, New York und Hamburg. Madelaine Linden lebt und arbeitet heute als freie Künstlerin in Stuttgart

Madelaine Linden, Urenkelin der 1855 in Celle in der jüdischen Bankiersfamilie Daniel geborenen Anna Hess, stellt ihre virtuellen Collagen in der Celler Synagoge aus. Unter dem Motto „Jedes Dasein“, ein Wortspiel des grausamen Torspruchs aus Buchenwald „Jedem das Seine“, hat sie über Jahre hinweg einen Katalog entwickelt, aus dem sie zehn Bilder in größerem Format und mehrere in kleinem Format präsentiert. Jedes Bild erzählt eine Geschichte für sich, und gemeinsam sind sie ein Spiegel der Geschichte, die ohne das Dritte Reichs nie so verlaufen wäre. Madelaine Linden gehört zur Avantgarde einer noch recht neuen Kunstrichtung: die der virtuellen Collage. Sie arbeitet seit über 25 Jahren ihre Fotos am Rechner und collagiert virtuell, d.h. nicht mit Schere und Klebstoff, sondern am Bildschirm. Die entstandenen Bilder lässt sie nur einmal drucken. Ferner geht sie oft noch manuell irgendwo im Bild mit Acrylfarbe hinein. In einer Zeit, in der alles vervielfältigt wird, ist es ein großes Anliegen der Künstlerin, das Unikat zu garantieren.